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mehr zum Thema
 
Über die NPD
Rechtsextremismus allgemein
Zu Ursachen und Entwicklung rechtsextremer Einstellungen
Über rechtsextreme Musik und Kultur
Handreichungen für die Auseinandersetzung mit Rechtsextremisten
Selbst aktiv werden
 

Über die NPD

Reinhard Kühnl u.a.: Die NPD. Frankfurt/Main 1969
Eine alarmistische Kampfschrift, die aber einiges über die frühe NPD verrät – und über den damaligen Antifaschismus der westdeutschen Linken

Lutz Niethammer: Angepasster Faschismus. Frankfurt/Main 1969
Eine kundige und kluge Analyse der Arbeit der sieben NPD-Landtagsfraktionen, die es Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre gab

Horst W. Schmollinger: Die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (Aufsatz in: Stöss, Richard (Hrsg.): Parteien-Handbuch, Bd. 2. Opladen 1983, S. 1923-1994)
Politikwissenschaftliche Analyse der Geschichte, Ideologie und Struktur der Partei von der Gründung bis in die 80er Jahre

Uwe Hoffmann: Die NPD. Frankfurt/Main 1999
Eine fast 500 Seiten dicke und faktengesättigte Dissertation über alle Aspekte; das Standardwerk, aber der Beobachtungszeitraum reicht nur bis 1996, der Wandel zur „neuen“ NPD wird deshalb noch nicht erfasst

Claus Leggewie/Horst Meyer: Verbot der NPD oder Mit Rechtsradikalen leben? Frankfurt/Main 2002
Der Aufsatzband erschien anlässlich des NPD-Verbotsverfahrens und debattiert die Partei und den Umgang mit ihr

 

Rechtsextremismus allgemein:

Richard Stöss: Rechtsextremismus im vereinten Deutschland. Berlin 2000 Eine nicht mehr ganz neue Übersichtsdarstellung im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, die auf deren Homepage kostenlos heruntergeladen werden kann (www.fes-online-akademie.de/index.php?&scr=doc&d_id=1).

Richard Stöss: Rechtsextremismus im Wandel. Berlin 2005 Eine aktuelle Arbeit für die Ebert-Stiftung, die auch einen kurzen Blick ins Ausland wirft (ebenfalls online verfügbar: http://library.fes.de/pdf-files/ostdeutschland/02930.pdf)

Christoph Butterwegge: Rechtsextremismus. Freiburg 2002 Der parteiförmige Rechtsextremismus wird nur kurz gestreift, dafür aber Ursachen und Gegenstrategien diskutiert

Thomas Grumke/Bernd Wagner (Hrsg.): Handbuch Rechtsradikalismus. Leverkusen 2002 Ein Lexikon über rechtsextreme Personen und Organisationen, ergänzt durch ein Dutzend Fachartikel zu einzelnen Aspekten (u.a. Osteuropa, Frauen, Internet, Neue Rechte)

www.idgr.de – Der „Informationsdienst gegen Rechtsextremismus“ ist ein Internet-Lexikon über Personen, Organisationen und Begriffe, bietet aber auch thematische Dossiers und aktuelle Nachrichten

Rolf Gössner: Geheime Informanten. München 2003 Hier wird die Tätigkeit von V-Leuten des Verfassungsschutzes u.a. in der NPD kritisch aufgearbeitet, ein eigenes Kapitel beschäftigt sich mit dem Scheitern des Verbotsverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht

Andrea Röpke/Andreas Speit: Braune Kameradschaften. Berlin 2004 Die Autoren bieten einen äußerst detaillierten Einblick in die militante Neonazi-Szene, mit der die NPD seit dem Amtsantritt von Udo Voigt offen kooperiert

Bernd Wagner: Rechtsextremismus und kulturelle Subversion in den neuen Ländern. Berlin 1998
Diese Studie über den modernen und jugendlichen Rechtsextremismus in Ostdeutschland erschien in der Schriftenreihe des Zentrums Demokratische Kultur

Bernd Siegler: Auferstanden aus Ruinen... Berlin 1991
Ein spannender Rückblick auf die rechtsextremistische Szene in der DDR, ohne deren Kenntnis die heutige Situation in Ostdeutschland kaum zu verstehen ist

 

zu Ursachen und Entwicklung rechtsextremer Einstellungen:

Wilhelm Heitmeyer: Deutsche Zustände I-IV. Frankfurt 2002-2006 In einem auf zehn Jahre angelegten Projekt untersuchen Konflikt- und Gewaltforscher der Uni Bielefeld verschiedenste Facetten von – wie sie es nennen – „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“, also Rassismus, Antisemitismus, Sexismus etc.

Welzer, Harald u.a.: „Opa war kein Nazi“. Frankfurt 2005 Diese Studie legt offen, wie sich in deutschen Familien verharmlosend an Drittes Reich und Holocaust erinnert wird – und wie sehr privates und offizielles Gedenken auseinanderklaffen

 

über rechtsextreme Musik und Kultur:

Burkhard Schröder: Nazis sind Pop. Berlin 2000
Ein Essay in Buchform darüber, wie es der rechtsextremen Szene im vergangenen Jahrzehnt gelungen ist, chic zu werden

Archiv der Jugendkulturen (Hrsg.): Reaktionäre Rebellen. Berlin 2001
Nicht mehr ganz aktueller, aber immer noch lesenswerter Sammelband über rechtsextreme Musik in Deutschland

Searchlight u.a. (Hrsg.): White Noise. Hamburg/Münster 2001
Ein Überblick über die internationale Neonazi-Musik-Szene

Christian Dornbusch/Jan Raabe (Hrsg.): RechtsRock. Münster 2002
Dieses 540-seitige Kompendium bietet tiefe Einblicke in die Nazi-„Kulturarbeit“, beleuchtet Gegenstrategien und bietet im Anhang ein hilfreiches Glossar und Register von Personen, Bands und Rechtsrock-Labels

Margitta-Sybille Fahr: Was steht an jedem Haus? Ausländer raus! Potsdam 2005
In mittlerweile dritter Auflage erklärt diese Broschüre des „Mobilen Beratungsteams Brandenburg“Zeichen und Symbole der rechtsextremen Szene. kostenlos (gegen Rückporto) bestellbar unter: 0331/7406247 oder mobiles-beratungsteam@jpberlin.de

Einen aktuellen Blick auf und Hintergründe über die Codes der rechtsextremen Jugendkultur bietet die Broschüre „Versteckspiel“ der Agentur für Soziale Perspektiven, Berlin http://www.dasversteckspiel.de/Broschuere.html

 

Handreichungen für die Auseinandersetzung mit Rechtsextremisten:

Markus Tiedemann: „In Auschwitz wurde niemand vergast.“ München 2000
Neonazis wissen oft besser über die Nazi-Zeit bescheid als Demokraten (oder tun so) – dieses Büchlein kostet nur sechs Euro und widerlegt 60 historische Lügen, die bei Rechtsextremisten beliebt sind

Jonas Lanig/Marion Schweizer: „Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg!“ Essen 2005
Rechtsextremistische Propaganda konzentriert sich längst auf aktuelle Themen wie Arbeit, Kriminialität, Soziales – hier werden 44 häufig verwendete Argumentationen demontiert

Wolfgang Benz (Hrsg.): Legenden, Lügen, Vorurteile. München 1998
Über den Nationalsozialismus wird gern beschönigend geredet – dieses Wörterbuch überprüft verbreitete Vorstellungen und rückt sie zurecht, von „Autobahnen“ bis „Zyklon B“

 

Selbst aktiv werden:

(Es gibt eine schier unüberschaubare Zahl von Initiativen gegen Rechtsextremismus, deshalb an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl.)

www.mut-gegen-rechte-gewalt.de ist die wohl umfangreichste und aktuellste Informationsplattform zum Thema Rechtsextremismus. Gleich auf der Eingangsseite gibt es einen Link zum Thema „Was kann ich tun?“

Deren Herausgeberin ist die Amadeu-Antonio-Stiftung (www.amadeu-antonio-stiftung.de), die seit Jahren Initiativen gegen Rassismus und Rechtsextremismus fördert und selbst anstößt.

Ähnliche Ziele verfolgt die DemokratieAnStiftung (www.demokratieanstiftung.de), sie ist aber breiter angelegt und will Rechtsextremismus durch eine generelle Förderung von Demokratie bekämpfen.

Mit staatlicher Unterstützung und Beteiligung von Kirchen, Politik und Wirtschaft wurde im Jahr 2000 das „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ gegründet, dem sich bisher ca. tausend Initiativen angeschlossen haben (www.buendnis-toleranz.de).

Informationen und Aufrufe aus dem Antifa-Spektrum finden sich beispielsweise unter www.nadir.org/nadir/aktuell/themen/antifa.html oder www.de.indymedia.org/antifa/

An der „Aktion Noteingang“ kann sich wirklich jeder beteiligen: Mit Aufklebern lässt sich zeigen, dass man Opfern rechter Gewalt Schutz bieten wird; diese Aktion wirkt schon vorbeugend, denn sie ermutigt typische Opfer (Migranten, Obdachlose, nicht-rechte Jugendliche) und verunsichert potenzielle Täter. (www.aktion-noteingang.de) Und jeder kann eine lokale Initiative dazu gründen (nach dem Vorbild von www.kampagne-noteingang-berlin.de oder www.tolerantes-mahlow.de/noteingang.html)

In allen ostdeutschen Bundesländern gibt es mittlerweile „Mobile Beratungsteams“, die bei der Erkennung, Analyse und Bekämpfung von rechtsextremistischen Aktivitäten auf kommunaler Ebene helfen. Sie sind ideale Ansprechpartner z.B. für Kommunalpolitiker, Lehrer, Sozialarbeiter und Bürgerinitiativen. Ihre Adressen sind zusammengestellt unter www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/links2.php?pid=51

Informationen gegen Rechtsextremismus – vor allem für Schulen und Lehrer – finden sich unter anderem hier:
www.schule-fuer-toleranz.de
www.learn-line.nrw.de/angebote/rechtsextremismus/medio/index.html
www.internetgegenrechts.de

Umfangreiches Material bietet auch die Online-Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung:
www.fes-online-akademie.de/index.php?&scr=themen&t_id=1

Das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum in Berlin (www.apabiz.de) verfügt über einen riesigen Fundus von Informationen und Originalquellen zum Rechtsextremismus und vermittelt auch Referenten zum Thema.

Last but not least: Juristischer Rat für den Umgang mit Rechtsextremisten findet sich zum Beispiel unter www.rechtgegenrechts.org oder bei den „Mobilen Beratungsteams“ (siehe oben).